ASV/SVP: Jörg, vor der Saison hattest Du mit Co-Trainer Fabian Grammer einen Platz unter den Top 5 als Ziel ausgegeben. Mit dem 4. Tabellenplatz ist Euch dies nun schon zum zweiten Mal in Folge gelungen. Bist Du zufrieden mit dem Abschneiden Deiner Mannschaft?
Jörg Eyth: Im Grunde ist der 4. Tabellenplatz ein sehr gutes Ergebnis. Schaut man aber genauer hin, wie leichtfertig wir das eine oder andere Spiel verloren haben, wäre eine bessere Platzierung durchaus möglich gewesen.
ASV/SVP: Zwischenzeitlich war sogar der Relegationsplatz in Reichweite. Ärgert es Dich, dass der Mannschaft noch die nötige Konstanz über die gesamte Saison fehlte oder wäre der Schritt nach ganz oben ohnehin zu früh gekommen?
Jörg Eyth: Der Tabellenplatz ist das Spiegelbild der gesamten Saison. Wenn es galt dran zu bleiben, hatten die Jungs zu viele Ablenkungen, war es durch längerfristige Urlaube oder JGAs. Natürlich kamen in der Rückrunde auch die schweren Verletzungen von Boller und Baumgärtner mit hinzu. Die Breite des Spielerkaders ist einfach noch zu dünn. Somit wäre der in der Frage genannte „Schritt“ wohl beantwortet.
ASV/SVP: Ihr hattet in dieser Saison mit sehr vielen Verletzungen zu kämpfen. Du musstest nahezu jede Woche eine neue Start-Elf auf das Feld schicken. War die dadurch zwangsläufig fehlende Abstimmung die Ursache dafür, dass Ihr im Vergleich zur Vorsaison deutlich mehr Gegentore kassiert habt?
Jörg Eyth: Vergleicht man das Torverhältnis mit der vorher gegangenen Saison, haben wir einen Rückschritt gemacht. Für die vermeintlich mehr Gegentore waren 4 Spielergebnisse grundsätzlich verantwortlich. Dazu kommt, dass wir auch 2 Ligaspiele mehr hatten.
ASV/SVP: Wie geht Ihr im Trainer-Team damit um, dass die SGM mittlerweile in vielen Spielen als Favorit aufläuft? Ist es für die Spieler mental ein Unterschied, als Top 5-Team angesehen zu werden?
Jörg Eyth: „Erfolg macht sexy“, ist in diesem Fall der passende Satz. Klar, hat sich die SG in den letzten Spielzeiten unter Grammer und Eyth einen Namen gemacht. Aber genau da wollten wir in der Liga hin. Ein bisschen Druck hat noch nie geschadet, und die Favoritenrolle hat ja auch seinen Reiz.
ASV/SVP: Die schlimmen Verletzungen in der vergangenen Saison gehen den Fans sehr nahe. Kannst Du bitte ein kurzes Update geben, wie der aktuelle Stand bei unseren Langzeit-Verletzten ist?
Jörg Eyth: Boller: Chris hat seine OP gut überstanden und kann gottseidank auch wieder arbeiten. Baumgärtner: Pasi hat seine OP ebenfalls gut überstanden, und auch er arbeitet wieder. Generell werden uns die Beiden aber dennoch einige Zeit fehlen.
ASV/SVP: Der Ausfall von Stammkeeper Pascal Baumgärtner wog schwer, aber unsere Youngster Tim Schmidt und Fabian Hartmaier haben viel dazu beigetragen, das Saisonziel dennoch zu erreichen. Wie schätzt Du ihre Entwicklung angesichts dieser enormen Herausforderung ein?
Jörg Eyth: „Von null auf Hundert“ kann man die Situation bei Tim in diesem einen Spiel beschreiben, als Pasi nach seiner schweren Verletzung im Spiel gegen den TSV Lustnau in der 34. Minute ausgewechselt wurde. Es ist schön, zwei so junge Torhüter im Team zu haben – noch besser wäre es allerdings, wenn sie von einem erfahrenen Goalie (Pasi ist gemeint), sich etwas abschauen und lernen könnten.
ASV/SVP: Mit dem Sieg gegen Bezirksligist TSV Ofterdingen seid Ihr zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in das Achtelfinale des Bezirkspokals eingezogen. Auch dies ist Ausdruck der beeindruckenden Entwicklung des Teams. Könnt Ihr an einem guten Tag jeden Bezirksligisten schlagen?
Jörg Eyth: Dieser Moment, mit dem 2:1 Sieg gegen Ofterdingen I, war für alle SG‘ler ein absolutes Highlight. Dieser Sieg brauchte natürlich die volle Konzentration eines jeden und die volle Breite des Kaders. Im darauffolgenden Pokalspiel hat man dann gesehen, dass wir im Gesamten dann doch noch nicht so weit sind.
ASV/SVP: Die Fans schauen natürlich schon in Richtung der kommenden Saison. Gibt es bereits Zu- oder Abgänge für die neue Spielzeit zu vermelden?
Jörg Eyth: Jedes Jahr wird diese Frage von der Redaktion gerne gestellt. Und in diesem Jahr können wir darauf auch Antworten liefern! Die DNA der SG wird sich mit neuen Spielertypen verändern, so viel darf ich jetzt schon verraten. Aber ich habe es ja anfangs schon erwähnt: „Erfolg macht sexy.“ Abgänge im Team I gibt es glücklicherweise keine.
ASV/SVP: Co-Trainer Fabian Grammer stand nach seiner Schulterverletzung wieder auf dem Platz und hat mit seiner Erfahrung und dem Gespür für die Situation die Mannschaft besser gemacht. Wird er auch in der kommenden Saison als Spieler-Trainer auflaufen?
Jörg Eyth: Fabi ist schon ein bemerkenswerter Mensch und Spieler, er kann durch seine Anwesenheit auf dem Platz, die Spieler mitreißen. Eigentlich möchte er nicht mehr so oft auf dem Platz eingreifen, aber jeder, der ihn kennt, kennt auch sein Fußballer-Herz. Die Frage müsst ihr (Redaktion) an Fabi selber stellen.
ASV/SVP: Wie möchtet Ihr das Team in der kommenden Saison weiterentwickeln? Wo siehst Du den größten Handlungsbedarf?
Jörg Eyth: Wir wollen größtenteils an ein paar Stellschrauben drehen! Zum einen müssen wir an den vielen Gegentoren arbeiten und andererseits aber auch im Spielaufbau noch mehr Sicherheit bekommen. Den „Druck“, ihr habt ihn vorhin erwähnt, wäre auch noch so ein Punkt, um in bestimmten Spielen besser damit umzugehen.
ASV/SVP: Bereits am 13.07.2026 ist Trainingsauftakt zur neuen Saison. Die Fans möchten natürlich wissen, welches Saisonziel Ihr als Trainer-Team ausgebt. Kannst Du uns hierzu schon etwas sagen?
Jörg Eyth: Zu guter Letzt kommt noch diese spannende Frage? Was kommt nach erfolgreichen Spielzeiten, noch erfolgreichere, oder?
Den Aufstieg als Ziel anzupeilen, wäre absoluter Quatsch! Das Trainerteam bleibt auf dem Boden, fordert aber weiterhin einen Platz in den Top 5.
Sollte das gesamte Team, inklusive der Neuzugänge, wenig Ablenkung haben und von Verletzungen verschont bleiben, dann wollen wir aber auch mal einen Blick in Richtung Relegationsplatz wagen.
ASV/SVP: Jörg, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Dir und dem Team viel Erfolg für die kommende Saison 2026/2027.

Trainer Jörg Eyth mit Co-Trainer Fabian Grammer

